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| 2. Mobiler Content – mit und ohne UMTS |
Beim Content im Internet spielt das Format der Darstellung erstmal keine Rolle, aber auf Handys und Smartphones, und um die geht es jetzt, sind zur Zeit in Europa WAP/XHTML, i-mode und Java die Alternativen.
UMTS ist da – und neue Tarife kommen dazu
UMTS ist Realität. Das steht fest. Alle Anbieter von E-Plus bis Vodafone bieten Datenkarten an, mit denen man über das Notebook richtig schnell ins Internet kommt. UMTS-Handys wird es aber erst im Sommer geben. Und dann werden auch die Konsumenten in den Genuss der neuen Möglichkeiten kommen.
Mit UMTS ändern sich für den Endkunden vor allem zwei Dinge:
- Alles wird schneller
Darum dreht es sich doch hauptsächlich, oder?
Videotelefonie geht eben nicht über ein langsames Modem. UMTS-Verbindungen sind richtig schnell, so dass auch bewegte Bilder übertragen werden können, und Surfen am Handy richtig Spaß machen wird.
- Flatrates kommen – Fürs Telefonieren und Surfen
Die Anbieter versuchen, immer mehr von bekannten Zeittarifen weg zu kommen.
Bis auf O2 bieten mittlerweile alle Paketangebote, bei denen man für einen bestimmten Betrag ein Minutenpaket kauft. Telefoniert man nicht mehr als z. B. 2 Stunden im Monat fallen keine weiteren Kosten an.
Da Gespräche bei UMTS als Datenpakete übertragen werden, ist diese Art der Abrechnung logischer, da man sie so einfacher mit anderen Diensten, zum Beispiel dem mobilen Internet oder der Übertragung von Videos kombinieren kann.
Und so gibt es auf allen Ständen jede Menge Internet- Daten- und Multimedia-Dienste zu sehen, die jetzt schon funktionieren, mit UMTS aber erst so richtig Spaß machen werden.
i-mode – das mobile Internet von E-Plus
E-Plus ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands, der gerade im vergangenen Jahr besonders stark gewachsen ist.
Die meisten Kunden wurden wohl durch die günstigen Inklusivangebote oder Festnetzgespräche gewonnen. Sind sie aber erstmal da, nutzen viele auch das mobile Internet von E-Plus – i-mode.
i-mode ist in Japan der Quasi-Standard für das mobile Internet und E-Plus tut viel, um es in Deutschland genauso populär zu machen.
i-mode ist keine einzelne Technologie, sondern die Marke für das mobile Internet, sie der Erfinder NTT-DOCOMO definiert. Will man Browser-Seiten erstellen, macht man das mit cHTML, einer Abwandlung von HTML. Dazu kommen Java-Anwendungen und, vorerst nur in Japan, Macromedia Flash.
E-Plus tut besonders viel für die Entwickler von Inhalten für i-mode. So gibt es im Web ausführliche Dokumentationen und Hilfestellungen für private und professionelle Entwickler. So will man eine eigene Fan-Gemeinde aufbauen, die hinter ihrem Dienst steht, und dadurch für die Plattform wirbt.
Um als Content-Partner im i-mode Portal zu erscheinen muss man einige Kriterien erfüllen, die ich in einem früheren Beitrag schon beschrieben habe.
Besonders wichtig ist den Content-Managern bei E-Plus jedoch die Qualität des Angebots, nicht die Größe des Anbieters. So zeigte Jochen Göttlicher, Manager / Content & Partnering mit der Sprüche Welt das Beispiel eines kleinen Anbieters mit einem erfolgreichen Dienst.
Wie in Japan setzt man auch in Deutschland für interaktive Anwendungen immer mehr auf Java. So kann man mit dem Java Programm bei Ebay wesentlich schneller und bequemer durch den Inhalt blättern, eigene Artikel verwalten oder bei Versteigerungen bieten als dies mit der HTML-Version möglich ist. Für diesen Mehrwert zahlt man eine Abo-Gebühr von 1 EUR im Monat. Wer unterwegs oder auf dem Sofa nicht auf Ebay verzichten möchte, wird dieses Programm haben wollen.
Links:
NTT DoCoMo i-mode
E-Plus i-mode
Im mobilen Internet zählt die Marke
E-Plus setzt auf i-mode, die Marken der anderen deutschen Provider heißen Vodafone Life, T-Zones und O2 Active. Sie alle setzen in ihren Portalen auf den Standard Wap 2.0 mit XHTML, erwähnen das aber in der Kommunikation nicht, da es nicht um die Technik gehen soll, sondern um die Inhalte.
Bei O2 wurde das neue Portal vorgestellt, das aussieht wie eine verkleinerte Version einer modernen Website.

O2 Chef Rudolf Gröger versprach damit den Benutzern ein Surferlebnis, das eher dem gleicht, das sie vom PC gewohnt seien. Und da mit UMTS demnächst die Datenübertragung auch ähnlich schnell wie im Festnetz funktionieren wird, ist die Idee, den Sprung beim Medienwechsel nicht zu groß zu machen, sicher nur konsequent.
O2 bietet in seinem Portal vielleicht weniger Inhalte an als Vodafone oder T-Mobile, diese sind dafür aber klar kategorisiert und mitunter besser auf die Bedürfnisse mobiler Anwender zugeschnitten.
Für Anbieter sind die Hürden beim Zugang zu O2 Active höher als bei i-mode. Ähnlich wie die anderen Anbieter hat O2 kein offenes Partnerprogramm oder eine festgelegten Prozentsatz, mit dem die Anbieter am Umsatz beteiligt werden. Man muss also ein wenig mehr verhandeln, um dort ins Geschäft zu kommen. Aber wer einen guten Dienst hat, wird den auch hier unterbringen können.
Links:
O2 Online Wholesalelösungen
Vodafone-EnablingServices
Handys, Smartphones – und was man damit machen kann
Auf der CeBit gab es natürlich auch Hardware zu sehen. Also Handys und Smartphones.
Die Unterscheidung wird langsam überflüssig, da viele aktuelle Handymodelle Features mitbringen, die früher nur für Smartphones galten. So sind Farbdisplay, Java und Kalenderfunktionen mittlerweile in fast allen Geräten vorhanden, die Unterscheidung liegt jetzt eher im speziellen Anwendungsgebiet oder in der Funktionstiefe.
Ich habe zwei Geräte und Anwendungen herausgesucht, die mich am meisten beeindruckt haben.
Link:
Siemens Mobile
Handy für die Fahrradtour
Bei Siemens gibt es einige Neuvorstellungen, unter Anderem den vielleicht teuersten Fahrradtacho der Welt: Es handelt sich um das neue Outdoorhandy M65 mit dem als Zubehör lieferbaren Bike-o-Meter.

Dieser beinhaltet eine robuste Lenkerhalterung für das Telefon und einen Signalempfänger, der die Geschwindigkeit des Rades nimmt. Der eigentliche Tacho ist eine Java-Anwendung, die auf dem Handy läuft. Sie ermöglicht neben der Geschwindigkeits- und Entfernungsmessungen auch Möglichkeiten zur Tourenplanung. Die ermittelten Daten können gespeichert werden und als MMS an Freunde geschickt werden.
Handy für das ganze Leben
Wo sich der Bike-o-Meter bei der Aufzeichnung auf Fahrradtouren beschränkt, will Nokia das ganze Leben aufzeichnen, oder zumindest einen Teil davon.
Das ganze nennt sich Lifeblog. Und es ist ein automatisches multimediales Tagebuch – und es ist, na ja, genial.
Das Paket besteht aus zwei Teilen: Software für des Mobiltelefon und Software für den PC.
Die Software für das Mobiltelefon greift auf die Inhalte zu, die sich auf dem Gerät des Benutzers befinden, also Bilder und Videos von der Kamera, empfangene und gesendete SMS- und MMS-Nachrichten, sowie Notizen, die am Telefon erstellt wurden.
Das ganze stellt der Lifeblog in chronologischer Reihenfolge dar.
Per USB Kabel lassen sich die Inhalte mit einem Knopfdruck auf den PC übertragen. Dort bleiben sie gespeichert, auf dem Telefon ist Platz für neue Erinnerungen. Mit der Zeit erhält man ein Tagebuch, das man sich in einer horizontalen Zeitleiste betrachten kann. Im Gegensatz zu einem Tagebuch aus Papier kann man darin auch noch suchen, Bilder als E-Mail verschicken oder Notizen hinzufügen.

Das ganze ist sehr liebevoll gestaltet, die Bedienung geht, wie von Nokia gewohnt sehr intuitiv von der Hand. Auf eine Verbindung zum Internet wurde in der ersten Version bewusst verzichtet, obwohl der Name Lifeblog an Weblogs, also Internet-Tagebücher erinnert. Aber dazu fällt den Entwicklern sicher noch mehr ein. Der Leiter der Abteilung Multimedia Applications, Christian Lindholm, führt übrigens ein sehr schönes Weblog, in dem er natürlich auch über das Lifeblog berichtet.
Links:
Nokia Lifeblog
Christian Lindholm
Das Lifeblog gibt es übrigens zuerst nur zusammen mit einem neuen Telefon, dem Nokia 7610, dessen technische Daten mich an dieser Stelle nicht so sehr interessieren. |
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